Mir sind die Hände schon beim Fotografieren fast abgefroren. Diese Jungs haben sich bei etwa sechs Grad und heftigem Ostwind von der Seebrücke bei Binz in die Ostsee begeben. Respekt! Auf meine Laufeinheit habe ich verzichtet. Morgen ist wieder ein Strandlauf angesagt.
Wo bin ich eigentlich lang gelaufen? Und welche Entfernung habe ich dabei zurückgelegt? Diese Frage stellen sich Läufer, wenn sie eine ihnen bisher unbekannte Strecke gejoggt sind. Die Antwort gibt moderne Technik: Habe mir My Tracks auf mein Android-Handy geladen – und bin Joggen gegangen. Das kostenlose Programm nutzt das GPS des Mobiltelefons und zeichnet die vom Nutzer zurückgelegte Strecke (bzw. Träger des Handys) auf. Das Ergebnis kann man sich dann direkt auf dem Gerät anschauen oder in Google Maps.
My Track hat eine Joggingrunde im Hamburger Stadtpark aufgezeichnet
My Tracks liefert jedoch mehr als den Weg mit bunten Linien nachzuzeichnen – hinzu kommen Informationen über die Dauer der “Bewegung”, das Durchschnittstempo und die maxmal erreichte Geschwindigkeit.
Die Android-App liefert auch Infos zu Durchschnittstempo und absolvierten Höhenmetern.
Alles in allem ein nettes Werkzeug, um sich einen Überblick über unbekanntes Gelände zu verschaffen. Etwas merkwürdig erschien mir das von My Tracks erstellte Höhenprofil: Einen angeblichen Höhenunterschied von 25 Metern und mehr gibt es im fast flachen Hamburger Stadtpark nicht, wo die Daten aufgenommen worden sind.
Nennt mich einen Warmduscher. Aber Temperaturen im deutlichen Minusbereich halten mich vom Lauftraining ab. Ich will schließlich nicht Hartbär 2010 werden, sondern einen kleinen Triathlon im Sommer absolvieren. Da gehe ich doch lieber einmal mehr in die Schwimmhalle, bevor mir der Rotz im Gesicht festfriert.
Ich hab’s getan: mich für den Dextro Energy Triathlon 2010 in Hamburg angemeldet. Am 17. Juli ist es soweit – vermutlich mein erster Triathlon. Der Jedermann soll es.
Wer schon immer mal erklärt haben wollte, wie die Arme beim Kraulen korrekterweise bewegt werden, sollte sich dieses Video anschauen – das optisch ein wenig an TV-Fitness-Sendungen der frühen 80er erinnert (hoffentlich hatte der Bursche ein gutes Deo). Viel Spaß.
Wie werden Läufer eigentlich schneller? Es fällt schwer, dazu eine einfache und vor allem eindeutige Antwort zu finden. Viel und langsam laufen, sagt dieser Experte. Viel Abwechslung und vor allem Intervalltraining sagt jener Auskenner. Intervalltraining? Was ist das eigentlich?
Wikipedia sagt: “Intervalltraining ist eine Trainingsmethodik, die durch abwechselnde Belastungs- und Erholungsphasen (Intervalle) gekennzeichnet ist.” Wichtig ist, dass die Pausen, also die Intervalle nur so lang sind, dass sie keine vollständige Erholung ermöglichen. Auf diese Weise werden starke Trainingreize gesetzt. Und weil die Belastungsphasen kurz sind, kann sehr intensiv trainiert werden.
Es wird unterschieden in die exentsive und die intensive Intervallmethode. Die extensive Intervallmethode dient unter anderem der Verbesserung der Grundlagenausdauer, der Kraftausdauer und der Schnelligkeitsausdauer. Beispiel: 15 x 100 Meter Schwimmen oder 15 x 400 Meter Laufen.
Der Schnelligkeit dient die intensive Intervallmethode. Die Zahl der Wiederholungen ist hier kleiner. Dafür werden mehr Serien in etwas höherer Intensität (max 90 Prozent) absolviert. Etwa: Schwimmen 2x5x100m, Laufen 2x4x1000m (Beispiel aus “Triathlon – Grundlagen, Training, Wettkampf” von Klaus Klaeren). Bei beiden Methoden sind die Pausen so lang, dass der Puls unter 120 fällt.
Mit Intervalltraining lässt sich also nicht nur das Tempo verbessern bzw. nicht jede Art von Intervalltraining eignet sich gleichermaßen, um schneller zu werden.
Langsames und schnelles Laufen stellen unterschiedliche Anforderungen an den Körper: Beim gemütlichen Dauerlauf arbeitet der Stoffwechsel im aeroben Bereich – es steht genügend Sauerstoff zur Verfügung. Mit langen aber langsamen Einheiten gibt der trainierende Sportler dem Körper daher die Möglichkeit, das Zuführen von Sauerstoff an die Muskeln zu üben. Mit schnellen Läufen im Training lernt der Körper dagegen, den Sauerstoff effizienter zu verteilen.
Um über längere Zeiträume höhere Belastungen aushalten zu können, muss auch im anaeroben Bereich trainiert werden. Sonst droht bei höherem Tempo schnell eine Übersäuerung – die Beine werden schwer. Durch Training im anaeroben Bereich wird der Körper toleranter gegenüber dem Laktat (jenem Teufelszeug, das die Muskeln dicht macht) . Und so kann der Athlet eine höhere Übersäuerung ertragen also länger im anaeroben Bereich laufen.
Und woher weiß man, wo der aerobe Bereich beginnt und wo die anaerobe Welt des Schmerzes beginnt? Hier wird immer wieder die Faustregel genannt, der zufolge Läufer sich so lange in der aeroben Zone bewegen, wie sie sich ohne nach Luft schnappen zu müssen, unterhalten können. Dass diese Regel auch Radfaher beherzigen können, leuchtet mir noch ein. Aber was ist mit dem Schwimmen? Aerob, wenn Walgesang möglich?
Training mit hoher Intensität – wie beim Intervalltraining – sollte jedoch nur einen kleinen Teil der Vorbereitung ausmachen. Werden etwa viermal pro Woche die Laufschuhe geschnürt, sollte nur eine Einheit ein Intervalltrainiing sein. Denn mit steigender Belastung wächst die Verletzungsanfälligkeit. Und so ist es auch wichtig, nach dem Intervalltraining eine längere Pause zum nächsten Training einzulegen, als zwischen zwei “normalen” Einheiten.
Okay, dann mache ich eben nur noch Intervalltraining – und gehe nur noch einmal pro Woche laufen!? Leider kommen Ausdauersportler um lange Einheiten mit vergleichsweise geringer Intensität nicht herum. Denn bei längerer Belastung sind die Kohlenhydrate, die dem Körper schnell zur Verfügung stehen, verbraucht. Dann muss die Energie aus den Fettreserven des Körpers gewonnen werden. Und diese Fettverbrennung wird durch lange Läufe trainiert.
Im neuseeländischen Hutt City ging es beim Triathlon etwas anders zu. Der Wettkampf lief gewissermaßen rückwärts: erst 4 km laufen, dann 18 km radeln und zum Schluss ins Becken des örtlichen Hallenbades – auf einer Distanz von 300 Metern gegen das Ertrinken ankämpfen. Erfolgreich beendet haben den Hutt City Triathlon am 1. November laut Veranstalter 458 Sportler. Mehr dazu im Video, dass YouTube-Nutzer LeisurActiveHCC netterweise online gestellt hat. Viel Spaß!
Hier schon mal ein paar Triathlon-Wettkämpfe im Jahr 2010. Die Liste wird Stück für Stück erweitert. Wer schon den Termin für seinen Lieblings-Triathlon im kommenden Jahr kennt (und wenn dieser hier noch nicht aufgeführt ist) , kann mir die Info gerne per Mail schicken oder im Kommentar hinterlassen. Die Liste soll übrigens erstmal auf Veranstaltungen in Deutschland und angrenzenden Ländern beschränkt bleiben.
Wer regelmäßig Sport treibt, kennt das Gefühl: Sobald man ein paar Trainingseinheiten sausen lässt, kommt innere Unruhe auf . Muss man sich dann von einer Erkältung in seinem sportlichen Elan bremsen lassen?
Aus medizinischer Sicht spricht bei einer leichten Erkältung nichts gegen ein moderates Training: “Bei einer banalen Erkältung ohne Fieber und ohne allgemeines Krankheitsgefühl wie Gliederschmerzen oder Mattigkeit kann ein aerobes, nicht erschöpfendes Training durchgeführt werden”, das schreibt der Internist und Sportmediziner Dieter Kleinmanm in seinem Buch “Laufnebenwirkungen – Vom Ermüdungsbruch bis zum plötzlichen Herztod: Was können Sie dagegen tun?”.
Laut Kleinmann hat eine Studie gezeigt, dass 5 x 30 Minuten Joggen pro Woche (mit 70 % max. Herzfrequenz) eine Erkältung weder verlängerten und noch verschlimmerten. Im Gegenteil: Eine verstopfte Nase wird schneller wieder frei.
Wer fröstelt, sich schlapp fühlt oder gar Fieber hat, sollte jedoch auf Sport verzichten. Dann würde das Training das Immunsystem nur zusätzlich schwächen. Häufig wird behauptet, wer krank trainiert, bekommt eine Herzmuskelentzündung und fällt wonmöglich beim nächsten Wettkampf tot um. Eine Herzmuskelentzündung ist als Todesursache – besonders bei trainierten Sportlern – aber äußerst selten. Doch gerade als Hobby-Sportler ist es vielleicht auch nicht verkehrt, dem Beispiel von Triathlon-Autor trifrasch zu folgen: “Ich trainiere nur bei voller Gesundheit und voller Lust. Und sag mir in der Pause dann lieber: Regeneration ist das beste Training!!!”